Nullsumme #Geschäftsmodell #Games #Politik
Soweit ich die Geschäftsmodelle von Donald Trump analysiert und bewertet habe, ist der zugrunde liegende Antrieb eindeutig ökonomisch und machtpolitisch auf ein Nullsummenspiel ausgerichtet.
Dies entspricht einer „Winner-takes-it-all“-Situation der Spieltheorie, bei der der Gewinn eines Teilnehmers exakt dem Verlust eines oder mehrerer anderer Teilnehmer entspricht, sodass die Gesamtsumme aller Gewinne und Verluste stets null ergibt
In Summe bleibt alles gleich.
In den 1990er-Jahren habe ich einige seiner Bücher studiert – nachdem ich Trump’s Strahlkraft bei meinen Besuchen in Florida, New York, Las Vegas gespürt habe. Damals habe ich erkannt, wie stark Trumps Denken von Dominanz, medialer Wirkung und asymmetrischer Machtausübung (Ungleichheit der Machtverteilung) geprägt ist:
- Realität zählt nur, wenn sie verhandelbar ist.
- Wahrheit ist, was im Deal durchgesetzt wird.
Trump denkt nicht in Kategorien von Bündnissen oder internationaler Ordnung, sondern in Deals, Abhängigkeiten und Verwertungslogiken. Territorien, Ressourcen und politische Instabilität sind für ihn keine sicherheitspolitischen Fragen, sondern Assets in seinem Nullsummenspiel. Diese Logik zieht sich konsistent von seinen frühen Immobilienprojekten bis in sein geopolitisches Handeln heutzutage.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht in Trumps Interesse, dass Europa – oder gar die Europäische Union Zugriff auf Grönland erhält. Ein handlungsfähiges Europa mit Zugriff auf Rohstoffe, Arktisrouten und geopolitische Hebel reduziert die Verhandlungsmacht der USA als dominanter Akteur. Für Trumps Logik gilt jedoch: Stärke entsteht nicht durch Partner, sondern durch die Schwäche der anderen.
MAGA funktioniert daher besser in einem Szenario, in dem die EU fragmentiert, handlungsunfähig oder politisch paralysiert ist. Rechte, nationalistische Regierungen in Europa sind aus dieser Perspektive kein ideologischer Selbstzweck, sondern funktionale Störfaktoren, die gemeinsame europäische Interessen unterminieren. Ein zerlegtes Europa ist leichter zu dominieren, wirtschaftlich zu erpressen und strategisch auszuspielen.
Kurz gesagt: Trump handelt wie ein Immobilienentwickler auf geopolitischer Ebene. Er bevorzugt chaotische Märkte, schwache Nachbarn und asymmetrische Abhängigkeiten. Ein souveränes, integriertes Europa – erst recht mit Zugriff auf Schlüsselregionen wie Grönland – ist für dieses Geschäftsmodell kein Partner, sondern ein Konkurrent.
