Disruption ist keine Innovation
– ist eine Machtverschiebung.
Startups und junge Unternehmen sprechen gern von Disruption – doch nur wenige verändern tatsächlich die Spielregeln.
Wichtig ist die ideale Nische und Persona für ein StartUp, ein junges Unternehmen zu finden.
„Level of Disruption“ beschreibt, wie tief ein Unternehmen in die Nische eindringt, in bestehende Markt-, Macht- und Wertschöpfungsstrukturen eingreift.
Geht es nur um bessere Produkte?
Oder um neue Koordinationslogik und Plattform-Architekturen?
Wer nachhaltige Wettbewerbsvorteile schaffen will, muss den eigenen Disruptionsgrad strategisch verstehen.
Echte Disruption entsteht nicht durch Innovation allein, sondern durch die Neuorganisation ganzer Systeme.
Level of Disruption – im Startup Business
Warum echte Disruption nichts mit Features zu tun hat?
Startup-Pitches sind meist voller Superlativen:
- „revolutionär“
- „bahnbrechend“
- „Gamechanger“
Doch die entscheidende Frage lautet nicht, wie innovativ ein Startup ist.
Wichtig ist:
Wie tief greift es in bestehende Markt- und Machtstrukturen ein?
Der Level of Disruption beschreibt den Grad, in dem ein Unternehmen:
- bestehende Geschäftsmodelle ersetzt
- Marktstrukturen neu organisiert
- Intermediäre eliminiert
- technologische Paradigmen verschiebt
- oder sogar ganze Wertschöpfungssysteme neu definiert
Disruption ist keine Produktverbesserung, sie
ist eine Veränderung der Koordinationslogik.
Die vier Ebenen der Disruption:
1) Incremental Innovation – Optimierung
- Besser, schneller, günstiger
- Gleiche Marktlogik
- Kein Strukturbruch
Viele SaaS-Startups bewegen sich hier.
Wichtig – aber nicht systemverändernd.
2) Markt-Disruption – Geschäftsmodell-Verschiebung
✔ Hier verändert sich die Art, wie Wert abgeschöpft wird.
Beispiel:
Netflix ersetzte physische Distribution durch Streaming.
Das Produkt (Film) blieb gleich.
Die Marktmechanik nicht.
3) Industrie-Transformation – Technologischer Bruch
✔ Neue Technologie verdrängt alte Infrastrukturen.
Beispiele:
Tesla kombinierte Elektromobilität mit Software-Architektur und veränderte damit die Logik der Automobilindustrie. Hier beginnt echter Strukturwandel.
Apple iPhone revolutionierte 2007 mit seinem Multi-Touch-Display ohne physische Tastatur den Handymarkt und ebnete den Weg zum modernen Smartphone.
4) Systemische Disruption – Neue Spielregeln
✔ Auf dieser Ebene entstehen neue Machtzentren.
Beispiele:
Airbnb reorganisierte Angebot und Nachfrage im Beherbergungsmarkt.
OpenAI verändert Wissensarbeit, Kreativprozesse und Softwareentwicklung gleichzeitig.
Charterware Digitalisierung von Abrechnungsprozessen in Flugschulen, eFahrtenbücher
Hier geht es nicht mehr um Märkte.
✔ Es geht um neue Infrastruktur.
Warum Plattformunternehmen disruptiv sind.
In meiner Arbeit unter dem Leitgedanken „Building Platform Companies“gehe ich von einer zentralen These aus:
Disruption entsteht nicht durch Innovation allein, sie entsteht durch die Neuorganisation der Wertschöpfung im Markt.
Plattformen sind Koordinationssysteme:
- senken Transaktionskosten
- verschieben Macht über Schnittstellen
- erzeugen Netzwerkeffekte
- bauen Datenflywheels
- definieren neue Standards
✔ Produkte konkurrieren.
✔ Plattformen orchestrieren.
Woran erkennt man hohen Disruptionsgrad?
Ein Startup ist hoch disruptiv, wenn es:
✔ nicht nur ein Problem wird gelöst
✔ die Marktmechaniken verändert sich
✔ Interaktionen wird neu organisiert
✔ Kontrolle über Schnittstellen wird neu organisiert
✔ neue Abhängigkeiten werden erzeugt
✔ exponentiell skalieren kann
Die zentralen Fragen lauten
✔ Wird hier ein Produkt gebaut – oder eine Infrastruktur?
✔ Wie entwickelt sich die Wertschöpfung (Usebaility/ Pricing/ Marktanteile)
Warum Investoren auf den Disruptionsgrad achten
Investoren investieren nicht primär in Ideen.
Sie investieren in:
- Know-how der Unternehmensgr
- Machtverschiebung
- Verteidigungsfähigkeit
- Skalierungslogik
- asymmetrisches Upside
Je höher der Disruptionsgrad, desto größer:
- das Wachstumspotenzial
- der Kapitalbedarf
- die regulatorische Reibung
- der strategische Widerstand
Hohe Disruption bedeutet nicht automatisch Erfolg.
Aber sie bedeutet strategische Relevanz.
Fazit: Die eigentliche Gründerfrage?
Die meisten Gründer fragen:
„Wie differenzieren wir uns vom Wettbewerb?“
Die strategisch klügere Frage lautet:
✔ „Verändern wir nur ein Produkt – oder verschieben wir die Spielregeln?“
Der „Level of Disruption“ entscheidet darüber,
ob ein Startup Marktanteile gewinnt
– oder Märkte neu definiert.
Wenn Sie Plattformunternehmen aufbauen oder skalieren möchten,
dann geht es nicht um Feature-Roadmaps.
Es geht um:
- Koordinationsarchitektur
- Machtpositionierung
- Systemdesign
